Journal Onkologie
Ösophaguskarzinom

ESOPEC-Studie: Vergleich perioperative Chemotherapie vs. präoperative Chemoradiotherapie

Die optimale multimodale Therapie für resezierbare, lokal fortgeschrittene Adenokarzinome der Speiseröhre ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Eine zentrale Frage ist, ob eine perioperative Chemotherapie effektiver ist als eine präoperative Chemoradiotherapie. Die Phase-III-Studie ESOPEC (NCT02509286) hat diese Fragestellung untersucht und Patient:innen in 2 Kohorten randomisiert: Die eine erhielt eine perioperative Chemotherapie mit FLOT plus anschließender Operation, die andere eine präoperative Chemoradiotherapie (Carboplatin und Paclitaxel mit 41,4 Gy Bestrahlung) plus Operation. Primärer Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben.

FLOT-Therapie verbessert Überleben gegenüber Chemoradiotherapie

Die Studie umfasste 438 Patient:innen (221 in der FLOT- und 217 in der Chemoradiotherapie-Gruppe). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 55 Monaten lag die 3-Jahres-Überlebensrate in der FLOT-Gruppe bei 57,4% und damit höher als in der Chemoradiotherapie-Kohorte (50,7%). Dies entspricht einer 30%igen Reduktion des Sterberisikos unter FLOT (Hazard Ratio (HR): 0,70; p = 0,01). Auch das progressionsfreie Überleben war nach 3 Jahren mit 51,6% in der FLOT-Gruppe signifikant besser als in der Chemoradiotherapie-Kohorte (35,0%; HR: 0,66).

Schwerwiegende Nebenwirkungen: 58% unter FLOT und 50% unter Chemoradiotherapie

Hinsichtlich der Sicherheit traten in der FLOT-Kohorte bei 58,0% der Patient:innen schwerwiegende Nebenwirkungen (Grad 3 oder höher) auf, verglichen mit 50,0% in der Chemoradiotherapie-Gruppe. Ernsthafte unerwünschte Ereignisse wurden bei 47,3% der mit FLOT und 41,8% der mit Chemoradiotherapie behandelten Patient:innen beobachtet. Die Sterblichkeitsrate innerhalb von 90 Tagen nach der Operation betrug 3,1% für die FLOT- und 5,6% für die Chemoradiotherapie-Kohorte.

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Quelle:

Hoeppner et al. N Engl J Med 2025;392:323-335. DOI: 10.1056/NEJMoa2409408