Journal Onkologie

Aktuelles

Die weltweite Ungleichheit von Gesundheitschancen wird durch die dreifache planetare Krise – Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Umweltverschmutzung – weiter verschärft. Sie zu verhindern, ist damit mehr als eine Frage der Gesundheitssysteme, sondern muss als zentrales Anliegen in der Klima- und Umweltpolitik verankert werden. Das fordern Wissenschaftler:innen der Universität Heidelberg, die unter anderem zu globaler Gesundheit, umweltbezogenen Krankheiten und Klimaschutzmaßnahmen forschen. Sie treten dafür ein, dieser Ungleichheit nicht nur auf individueller Ebene zu begegnen, sondern auch strukturelle Ursachen zu beseitigen. Welche Ansätze dafür in der Forschung und auf politischer Ebene erforderlich sind, erläutern sie in einem Paper, das in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour erschienen ist [1].
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Das Pankreaskarzinom gehört zu den Krebserkrankungen mit der schlechtesten Prognose – auch weil es meist erst spät erkannt wird. Einen klinisch etablierten Bluttest zur Früherkennung gibt es bislang nicht. Ein internationales Forschungsteam hat nun einen neuartigen Bluttest entwickelt, der eine Signatur aus zehn spezifischen microRNAs mit dem bekannten Tumormarker CA 19-9 kombiniert. In einer Studie mit 1.785 Teilnehmer:innen aus vier Ländern konnte Pankreaskrebs im Frühstadium mit hoher Genauigkeit nachgewiesen werden [1].
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Aktualisierte Ergebnisse einer explorativen 8-Jahres-OS-Analyse der Phase-III-Studie ADAURA haben den anhaltenden Überlebensvorteil mit Osimertinib beim vollständig reseziertem EGFR-mutierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IB–IIIA bekräftigt. Osimertinib führte zu einem anhaltenden, klinisch bedeutsamen Vorteil im Gesamtüberleben (OS). Die Ergebnisse wurden auf dem Presidential Symposium der World Conference on Lung Cancer (WCLC) 2026 der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) in Seoul (Korea) vorgestellt und zeitgleich im Journal of Thoracic Oncology publiziert [1, 2].
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Für Kinder mit einer besonders risikoreichen Form der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und hohem Rückfallrisiko eröffnen sich deutlich bessere Heilungschancen. In einer großen internationalen Studie konnte ein Teil der bislang etablierten intensiven Chemotherapie durch eine Immuntherapie mit Blinatumomab ersetzt werden. Dadurch ging die Zahl der Rückfälle nahezu um die Hälfte zurück, zugleich traten deutlich weniger schwere Nebenwirkungen auf. Die von der Deutschen Krebshilfe mit rund 4,2 Millionen Euro geförderte Studie wurde von der Klinik für Kinderonkologie und -rheumatologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, geleitet. Die Ergebnisse wurden jetzt im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht [1].
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O-Ton Onkologie Staffel 10
 2 Min|
Psychologische Nachsorge nach Therapieende

Psychologische Nachsorge nach Therapieende

Für die meisten Patient:innen kehrt nach Abschluss der Krebsbehandlung nicht automatisch der normale Alltag ein – im Gegenteil. Eine Krebserkrankung verändert alle Lebensbereiche. Das gilt sowohl für die Patient:innen als auch für ihr Umfeld. Neben der eigentlichen Erkrankung ist es eine große Herausforderung, wieder in eine Normalität zurückzufinden. In dieser Folge von O-Ton-Onkologie spricht Dr. med. vet. Astrid Heinl mit der klinischen Psychologin und Psychoonkologin Gunhild Bachmann über diese oft unterschätzte Phase nach der Akutbehandlung.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Pirtobrutinib erweitert die Erstlinientherapie der CLL

Bei einem Pressegespräch zur Zulassung von Pirtobrutinib in der Erstlinie der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) stellte Dr. med. Ingo Schwaner, Berlin, aktuelle Phase-III-Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit des nicht-kovalenten BTK-Inhibitors vor. Anders als Ibrutinib, Acalabrutinib und Zanubrutinib bindet Pirtobrutinib reversibel und nicht-kovalent an die Bruton-Tyrosinkinase (BTK).
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Medizin
 2 Min|

Forschende entschlüsseln molekularen Mechanismus der Doxorubicin-Kardiotoxizität

Das Chemotherapeutikum Doxorubicin wird erfolgreich zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt, kann jedoch als Nebenwirkung den Herzmuskel schädigen. Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg haben nun den molekularen Signalweg identifiziert, über den Doxorubicin die Herzschäden verursacht. Zudem entdeckten sie, dass der ebenfalls als Krebsmedikament zugelassene Wirkstoff SAHA (Suberoylanilid-Hydroxamsäure) in Zell- und Tierversuchen die schädlichen Mechanismen in Herzmuskelzellen abschwächt und so das Herz schützen könnte [1].
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JOURNAL ONKOLOGIE Podcast
 2 Min|

RIBANNA-Studie: Wie Ribociclib den klinischen Alltag verändert

Brustkrebs ist mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen – etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens. In dieser Folge des Journal Onkologie Podcasts spricht Dr. med. vet. Astrid Heinl mit Prof. Dr. Peter Fasching (Universitätsklinikum Erlangen), Studienleiter der RIBANNA-Studie, über aktuelle Real-World-Daten zur Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen (HR+/HER2-) Mammakarzinoms.
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NSCLC
 2 Min|
NSCLC: Kann wirksame PD(L)1-Inhibition auch wirtschaftlich sein?

NSCLC: Kann wirksame PD(L)1-Inhibition auch wirtschaftlich sein?

Zur Behandlung von Patient:innen mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) steht eine Vielzahl von Therapieoptionen zur Verfügung – auch mehrere PD(L)1-Inhibitoren. Neben der Wirksamkeits-Evidenz ist damit auch die Wirtschaftlichkeit relevanter. Das wird durch das im Juli 2026 in Kraft getretene GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz forciert. Ein Spannungsfeld, in dem sich der PD1-Inhibitor Tislelizumab positionieren möchte.
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Ovarialkarzinom
 2 Min|

Platinresistenz beim Ovarialkarzinom: Längeres Überleben bei guter Lebensqualität

Rund 80% der Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom entwickeln im Krankheitsverlauf eine Platinresistenz. Von Bevacizumab und PARP-Inhibitoren bis hin zu ADCs und Immuntherapien hat sich das Therapiespektrum inzwischen deutlich erweitert. Eine frühzeitige Biomarkerbestimmung und die individuelle Therapiewahl unter Berücksichtigung der Lebensqualität sind daher entscheidend.
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Pankreaskarzinom
 10 Min|
Schematische Darstellung eines menschlichen Oberkörpers mit markiertem Pankreas

Moderne Pankreaschirurgie: Standards, Innovationen und Zukunftsperspektiven

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist eine der aggressivsten und tödlichsten Krebserkrankungen weltweit und wird aufgrund seiner späten, unspezifischen Symptomatik oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert [1]. Die chirurgische Resektion in Kombination mit einer systemischen Chemotherapie stellt bis heute den einzigen potenziell kurativen Therapieansatz dar [2]. Die traditionelle Beantwortung der Frage, wann ein:e Patient:in dem/der Pankreaschirurg:in vorgestellt werden sollte, war historisch betrachtet relativ eindimensional: Eine Vorstellung erfolgte zumeist dann, wenn die präoperative Bildgebung einen lokal resezierbaren Befund ohne Fernmetastasen zeigte, um eine sofortige Operation („Upfront Surgery“) durchzuführen. Dieses Paradigma hat sich in den letzten Jahren fundamental gewandelt. Die moderne Onkochirurgie begreift das Pankreaskarzinom als eine primär systemische Erkrankung, weshalb die chirurgische Vorstellung idealerweise unmittelbar nach der Diagnosestellung in einem interdisziplinären Tumorboard eines spezialisierten High-volume-Zentrums erfolgen sollte [3]. Der Zeitpunkt der tatsächlichen operativen Intervention hat sich jedoch stark individualisiert. Neue Aspekte in der Entscheidungsfindung umfassen die Abkehr von rein anatomischen Resektabilitätskriterien hin zu einem biologischen Verständnis der Erkrankung (das sog. A-B-C-Klassifikationssystem) [4]. Zudem hat die Etablierung effektiver neoadjuvanter Therapien (NAT) bei borderline-resezierbaren und lokal fortgeschrittenen Tumoren dazu geführt, dass Patient:innen, die früher als inoperabel galten, heute durch komplexe gefäßchirurgische Rekonstruktionen oder das „Arterial Divestment“ kurativ operiert werden können [5]. Gleichzeitig erfordern neue operative Zugänge, wie die robotische Pankreaschirurgie (RPD), sowie das essenzielle Management schwerer postoperativer Komplikationen zur Vermeidung eines „Failure to Rescue“, eine strenge Zentralisierung [6]. Dieser Übersichtsartikel diskutiert die neuesten Entwicklungen und Aspekte, die den optimalen Zeitpunkt der chirurgischen Vorstellung und Intervention beim Pankreaskarzinom definieren, anhand von 5 relevanten Hauptthemen.
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Thorakale Tumoren
 14 Min|
Arzt führt CT für Lungenkrebs-Untersuchung durch

Lungenkrebsscreening mit Niedrigdosis-CT in Deutschland: Standardisierte Befundbewertung und Rundherd-Management

Große randomisierte Studien sowie erste etablierte nationale Programme haben für das Lungenkrebsscreening mit ­Niedrigdosis (low-dose)-Computertomographie (LDCT) eine Verschiebung zu früheren Tumorstadien und folglich eine Reduktion der lungenkrebsspezifischen Mortalität gezeigt. Bei geeigneten Einschlusskriterien und standardisierten Abläufen überwiegt der nachgewiesene Nutzen potenzielle Risiken, wie Strahlenexposition, falsch-positive Befunde und Überdiagnosen. Aufbauend auf diesen Vorerfahrungen wurde das Lungenkrebsscreening am 01.04.2026 in Deutschland in die Regelversorgung eingeführt. Definierte Einschlusskriterien und standardisierte Vorgaben für die Durchführung, Befundbewertung und das Management positiver Screeningbefunde wie die Lung-RADS v2022 Kriterien sind zentrale Hebel, um falsch-positive Befunde zu reduzieren und Überdiagnostik zu kontrollieren. Zudem sind Qualitäts­sicherungsmaßnahmen wie Zweitbefundung, interdisziplinäre Fallkonferenzen und der Einsatz computer­assistierter ­Detektionssoftware entscheidend, um die diagnostische Sicherheit zu erhöhen.
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Gastrointestinale Tumoren
 12 Min|
Arzt hält 3D-Modell des kompletten Verdauungstrakts

GIST: Diagnostik, Therapie und interdisziplinäres Management

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) stellen die am häufigsten vorkommenden Weichteilsarkome des Gastrointes­tinaltrakts dar. Ihren mesenchymalen Ursprung haben die GIST in den sog. Cajal-Zellen, die als Schrittmacherzellen der Peristaltik im Plexus myentericus im Ösophagus, Magen und Darm vorkommen [1, 2]. Aufgrund der typischen Mutationen in den Rezeptortyrosinkinasen KIT oder PDGFRA ist die Durchführung der Immunhistochemie und Molekularpathologie die elementare Voraussetzung sowohl für die Diagnostik und Prognoseabschätzung als auch für die Festlegung der neoadjuvanten oder adjuvanten Therapie bei GIST [3]. Damit stellen diese Weichteilsarkom-Subtypen seit der Entdeckung der KIT-Mutationen in GIST im Jahr 1998 und der Einführung von Imatinib Anfang der 2000er Jahre, welche die GIST-Therapie revolutionierten, seit mehr als 20 Jahren eine Modellerkrankung in der Onkologie für die zielgerichtete Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) dar [3, 4].
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