Kombination aus Immuntherapie und Chemotherapie verbessert Überleben bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs
Anika Mifka M.Sc.Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen und stellt insbesondere in Regionen mit begrenztem Zugang zu Früherkennungs- und Impfprogrammen eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Während Chemotherapie die Standardbehandlung für fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebs bleibt, sind ihre Erfolgsraten oft unzureichend. Eine neue Meta-Analyse von 4 Phase-III-Studien hat nun untersucht, ob die Kombination aus PD-1/PD-L1-Inhibitoren und Chemotherapie (PIC) die Überlebenschancen verbessert und welche Nebenwirkungen sie verursacht.
Verbessertes Gesamtüberleben und höhere Ansprechraten
Die Meta-Analyse umfasste 2.857 Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom aus den Studien BEATcc, CALLA, KEYNOTE-826 und KEYNOTE-A18. Die Kombinationstherapie führte zu einer Reduktion des Sterberisikos um 30% (Hazard Ratio (HR): 0,70; p <0,00001) und einer Reduktion des Progressionsrisikos um 31% (HR: 0,69; p <0,00001) im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Auch die objektive Ansprechrate (ORR) und die Krankheitskontrollrate (DCR) waren mit PIC höher (ORR-RR: 1,11; p = 0,02; DCR-RR: 1,05; p = 0,004).
Besonders ausgeprägt waren die Überlebensvorteile bei Patientinnen mit höherer PD-L1-Expression, was darauf hindeutet, dass die Wirksamkeit der Immuntherapie durch spezifische Biomarker vorhersagbar sein könnte.
Erhöhte Nebenwirkungsrate als Herausforderung
Obwohl die PIC-Therapie klare Überlebensvorteile bietet, ist sie auch mit häufigeren schwerwiegenden Nebenwirkungen (Grad 3–5) verbunden. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Anämie (19,47%), Bluthochdruck (12,65%), verminderte weiße Blutkörperchen (11,76%), Neutropenie (10,99%) und verminderte Neutrophilenzahl (11,38%).
Da fortgeschrittener Gebärmutterhalskrebs oft spät diagnostiziert wird und mit einer schlechten Prognose verbunden ist, könnten Immuntherapien eine entscheidende Rolle in der zukünftigen Behandlung spielen. Dennoch bleibt es essenziell, die höhere Toxizität gegen den therapeutischen Nutzen abzuwägen, um individuell die bestmögliche Behandlungsstrategie zu finden.
Quelle:Luo et al. BMC Cancer 2025; 25(450). DOI: https://doi.org/10.1186/s12885-025-13843-4