Journal Onkologie
Gynäkologische Tumoren

Umfassende Befragung von Überlebenden von Vulvakrebs

Die Studie wurde als Querschnittsbefragung von Frauen durchgeführt, die zwischen 2013 und 2022 am Northern Gynecological Oncology Centre (NGOC) in Gateshead, Vereinigtes Königreich, aufgrund eines Vulvakarzinoms operiert wurden. Die Patientinnen wurden über ein regionales Datenregister identifiziert, wobei nur Frauen mit einem Tumorstadium von mindestens FIGO IB eingeschlossen wurden. Frauen mit Stadium IA wurden ausgeschlossen, da diese in der Regel eine weniger invasive Behandlung ohne Lymphknotenentfernung erhalten.

Die Erhebung erfolgte mittels Fragebögen. Der Lebensstil der Teilnehmerinnen wurde mithilfe des Godin Leisure-Time Exercise Questionnaires erfasst, der die Häufigkeit und Intensität körperlicher Aktivität bewertet. Ein Leisure Score Index (LSI) wurde berechnet, um die Teilnehmerinnen in „wenig bis gar nicht aktiv“ (LSI < 18), „moderat aktiv“ (LSI 18–24) oder „aktiv“ (LSI > 24) einzuteilen. Der BMI wurde sowohl aus den Patientendaten als auch aus den selbstberichteten Angaben zum Zeitpunkt der Befragung berechnet.

Höhere Aktivität, bessere Lebensqualität

Von den 139 berechtigten Frauen nahmen 58 an der Studie teil. Die Ergebnisse zeigen eine klare Tendenz: Frauen mit einem aktiven Lebensstil wiesen in nahezu allen Bereichen eine höhere Lebensqualität auf als Frauen mit einem inaktiven Lebensstil. Dies betraf sowohl die allgemeine Lebensqualität als auch funktionale Aspekte wie emotionale und soziale Gesundheit.

Konkret gaben 40,8% der Teilnehmerinnen an, einen inaktiven Lebensstil zu führen, 16,3% waren moderat aktiv, und 34,7% beschrieben sich als aktiv. Die aktivere Gruppe berichtete über eine insgesamt bessere Lebensqualität und höhere körperliche sowie emotionale Funktionswerte. Interessanterweise hatte die Aktivität jedoch keinen signifikanten Einfluss auf vulvakrebsspezifische Beschwerden oder die sexuelle Funktion der Frauen.

Kein Einfluss des BMI auf die Lebensqualität

Neben der körperlichen Aktivität wurde auch der BMI der Teilnehmerinnen erhoben, um mögliche Zusammenhänge mit der Lebensqualität zu prüfen. Anders als erwartet, zeigte sich jedoch keine signifikante Korrelation: Frauen mit einem höheren BMI berichteten nicht über eine schlechtere Lebensqualität als Frauen mit einem normalen Körpergewicht. Dies steht im Gegensatz zu früheren Studien, in denen Übergewicht mit einer schlechteren Lebensqualität bei anderen gynäkologischen Krebserkrankungen in Verbindung gebracht wurde.

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Quelle:

Boonstra et al. Cancers 2025; 17(6). doi: https://doi.org/10.3390/cancers17061024

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