Journal Onkologie

Aktuelles

Eine Phase-II-Studie untersuchte erstmals die Kombination des oral verabreichten lebenden Biotherapeutikums Salmonella-IL2 mit der Standardchemotherapie FOLFIRINOX (Folinsäure, 5-Fluorouracil, Irinotecan, Oxaliplatin) bei Patient:innen mit metastasiertem Pankreaskarzinom. Die Ergebnisse zeigen vielversprechende Verbesserungen des Überlebens ohne schwerwiegende Nebenwirkungen durch das bakterielle Therapeutikum.
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Gesundheitspolitik

Drohender Engpass bei Antibiotika

Wegen drohender kritischer Lieferengpässe bei bestimmten Antibiotika greifen für sie jetzt Sonderregeln zum Sichern der Versorgung. Das Bundesgesundheitsministerium gab bei Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Benzylpenicillin-Benzathin, die gespritzt werden, einen Versorgungsmangel bekannt. Diese Feststellung erlaubt nun befristet Abweichungen von Vorgaben, um ein leichteres Ausweichen auf importierte Produkte zu ermöglichen.
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Gesundheitspolitik

Hoher Krankenstand kostet Wirtschaft 160 Milliarden

Die häufigen Ausfälle von Beschäftigten wegen Krankheit kosten die deutsche Wirtschaft Milliarden. „Seit vier Jahren ist der Krankenstand auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen“, heißt es in einer Studie des Pharmaverbands VFA, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Arbeitnehmer:innen in Deutschland seien häufiger krank als in anderen Ländern.
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Entitätsübergreifend

Frühzeitige HPV-Impfung bietet die besten Aussichten auf Krebsverhinderung

Dass gegen Krebs geimpft werden kann, zählt zu den großen Fortschritten der modernen Medizin. Dass aber gerade einmal 55% der 15-jährigen Mädchen von dem wirksamen und sicheren Schutz vor Zervixkarzinomen Gebrauch machen, erscheint kaum nachvollziehbar. 19 Jahre nach Einführung der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) stagnieren gemäß regelmäßig erhobenen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die Quoten einer vollständigen Immunisierung. Dabei wäre die HPV-Impfung noch vor der Pubertät, aus zwei Gründen am effektivsten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen von vornherein zu verhindern, betonte Prof. Dr. Martina Prelog von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg.
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Medizin
Neue Studiendaten zeigen Vorteile von Ribociclib bei frühem und metastasiertem HR+/HER2- Brustkrebs

Neue Studiendaten zeigen Vorteile von Ribociclib bei frühem und metastasiertem HR+/HER2- Brustkrebs

Anlässlich des San Antonio Breast Cancer Symposiums (SABCS) wurden neue Ergebnisse aus einer gepoolten, explorativen post-hoc-Analyse der MONALEESA-Studien sowie eine Fünf-Jahres-Analyse der Phase-III-Studie NATALEE zu Ribociclib präsentiert. Die Analysen zeigen Vorteile bei Patientinnen mit HR+/HER2- Brustkrebs sowohl im metastasierten als auch im frühen Stadium.
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Gesundheitspolitik

Auftakt für die Zuerst-zum-Hausarzt-Reform

Wie schnell kann man zur Orthopädin oder zum Hautarzt gehen? Häufig müssen Kassenpatient:innen darauf wochenlang warten. Für verlässlichere Termine bei Fachärzt:innen soll nach Plänen der schwarz-roten Koalition künftig eine gezieltere Patientensteuerung sorgen. Und zwar nach der Maxime: in der Regel erst einmal in die Hausarztpraxis. Gesundheitsministerin Nina Warken CDU) lädt am Dienstag zum Auftakt für einen Dialog mit den Akteur:innen von Ärztevertretern bis zu den Krankenkassen. Die oppositionellen Grünen sehen ein großes Potenzial, warnen aber vor neuen Überlastungen.
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Medizin

Schonendere Achsel-Operationen bei Brustkrebs – neue Ergebnisse der AXSANA-Studie veröffentlicht

In Europa wird jedes Jahr bei mehr als 500.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Welche Operationen sind wirklich nötig, damit Brustkrebspatientinnen sicher behandelt werden – und trotzdem möglichst wenige Spätfolgen haben? Auf diese für viele Frauen entscheidende Frage liefert die internationale AXSANA-Studie wichtige Antworten. Die Ergebnisse sind jetzt im renommierten Journal of Clinical Oncology veröffentlicht worden [1].
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ZNS-Tumoren
Abemaciclib zeigt vielversprechende Aktivität bei progressiven Meningeomen mit NF2- oder CDK-Signalweg-Alterationen

Abemaciclib zeigt vielversprechende Aktivität bei progressiven Meningeomen mit NF2- oder CDK-Signalweg-Alterationen

Eine Phase-II-Studie zeigt, dass der CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib bei Patient:innen mit wiederkehrenden oder fortschreitenden Grad-2- oder Grad-3-Meningeomen mit NF2-Mutationen oder CDK-Signalweg-Alterationen eine rückfallfreie Überlebensrate über sechs Monate (PFS6) von 58% erreichte und damit den primären Endpunkt erfüllte. Die Studie wurde in Nature Medicine veröffentlicht [1].
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Neuartiges Immunzytokin gegen akute myeloische Leukämie entwickelt

Forschende um Prof. Dr. Salih vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung am DKFZ-Partnerstandort Tübingen haben mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 528.000 € über sechs Jahre ein Immunzytokin (therapeutischer Antikörper mit einem daran gekoppelten Zytokin) entwickelt. Das „modifizierte Immunzytokin" (MIC-Molekül) aktiviert gezielt Immunzellen gegen Leukämiezellen und kann die schwerwiegenden Nebenwirkungen vermeiden, die bisher verfügbare Immunzytokine auslösen. In Labor- und Tiermodellen zeigten die MIC-Moleküle eine starke und vor allem gezielte Immunaktivierung gegen die Leukämie – ein vielversprechender Schritt in Richtung klinische Anwendung.
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Medizin
Einfluss des Immunsystems auf das erbliche Krebsrisiko

Einfluss des Immunsystems auf das erbliche Krebsrisiko

Das Li-Fraumeni-Syndrom ist eine seltene Erbkrankheit, die das Risiko, an Krebs zu erkranken, erheblich erhöht. Fast alle Betroffenen erhalten mindestens einmal in ihrem Leben eine Krebsdiagnose. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass das Immunsystem mitverantwortlich dafür ist, warum Krebs in sehr unterschiedlichem Alter und in verschiedenen Formen auftritt. Dies eröffnet neue Perspektiven für personalisierte Behandlungsansätze in der Zukunft. Das internationale Team veröffentlichte ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Lancet [1].
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Medizin
S3-Leitlinien-Update: Palbociclib bleibt Erstlinienstandard beim HR+/HER2- mBC

S3-Leitlinien-Update: Palbociclib bleibt Erstlinienstandard beim HR+/HER2- mBC

Die aktualisierte S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ empfiehlt die Kombination aus CDK4/6-Inhibitor (CDK4/6i) und endokriner Therapie (ET) weiterhin mit dem höchsten Grad zur Erstlinientherapie bei Patient:innen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem (HR+/HER2-) metastasiertem Mammakarzinom (mBC). Damit bleibt Palbociclib [1] plus ET Behandlungsstandard in dieser Indikation. Datenbasis für die Empfehlung waren die Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zu den drei zugelassenen CDK4/6i. Diese zeigten beim progressionsfreien Überleben (PFS) jeweils einen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo [2]. Im nationalen wie internationalen Vergleich aktueller Behandlungsleitlinien besteht hinsichtlich der Erstlinientherapie beim HR+/HER2- mBC großer Konsens [3-6].
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Entitätsübergreifend
Mediziner mit Schild Diagnostik Therapie und Nachsorge

Langzeitnachsorge junger erwachsener Krebsüberlebender

Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
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Editorial
Logo von JOURNAL ONKOLOGIE

CAYAs, AYACS und YACS

Die Januar-Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE beschäftigt sich mit dem Thema „Cancer Survivorship“ und an Krebs erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In der internationalen Fachliteratur werden verschiedene Begriffe verwendet: CAYAs (Children, Adoles­cents and Young Adults) bezeichnet die gesamte Altersgruppe von 0-39 Jahren. Für die Zeit nach der Behandlung wurden die Abkürzungen CCS (Childhood Cancer Survivors), AYACS (Adolescents and Young Adult Cancer Survivors) und YACS (Young Adult Cancer Survivors) geprägt – hier stehen die jungen Überlebenden und ihre spezifischen Herausforderungen im Umgang mit Therapie-Nebenwirkungen, Spät- und Langzeitfolgen im Fokus.
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Hämatologie
Neue Ansprech- und Risikokriterien in der pädiatrischen AML: Aktuelle Empfehlungen und klinische Implikationen

Neue Ansprech- und Risikokriterien in der pädiatrischen AML: Aktuelle Empfehlungen und klinische Implikationen

Die pädiatrische akute myeloische Leukämie (AML) bleibt trotz therapeutischer Fortschritte eine klinisch hoch­komplexe Entität. Im Jahr 2025 wurden erstmals spezifische Leitlinien des European LeukemiaNet (ELN) für die pädiatrische AML veröffentlicht, die eine grundlegend neue Risikostratifikation ermöglichen. Parallel etablierte die AML-BFM-Studiengruppe mit der No Evidence of Leukemia/Evidence of Leukemia (NEL/EL)-Klassifikation ein hochpräzises, ausschließlich blastenzahlbasiertes Kriterium für das Therapieansprechen, das die historische Definition der kompletten Remission (CR) ersetzt. Die moderne Risikoabschätzung beruht nun auf der integrativen Bewertung von genetischen Hochrisiko­markern, dem frühen morphologischen Ansprechen (NEL/EL) sowie der Erfassung der minimalen Resterkrankung (MRD). Diese Trias bildet ein neues, biologiebasiertes Fundament zur Therapieindividualisierung. Zielgerichtete Therapien – darunter FLT3-Inhibitoren, Anti-CD33-Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, Venetoclax-basierte Kombinationen sowie Menin-Inhibitoren für KMT2A-rearrangierte Leukämien – erweitern das therapeutische Spektrum erheblich. Die allogene Stammzelltransplantation (alloSCT) bleibt ein unverzichtbares Instrument, wird jedoch zunehmend individualisiert und stärker an funktionellen Parametern ausgerichtet. Zusammengenommen markieren Genetik, NEL/EL und MRD den Übergang zu einem modernen, stark biologieorientierten AML-Behandlungskonzept, das künftige Studien und Versorgungsstandards prägen wird.
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