Journal Onkologie

Aktuelles

CAR-T-Zelltherapien haben sich bei der Behandlung mehrerer Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen als erfolgreich erwiesen. Bei anderen Tumoren ist ihr Einsatz jedoch deutlich schwieriger, unter anderem, weil geeignete Zielstrukturen fehlen. Ein Team unter der Leitung von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Heidelberg am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat nun einen Ansatz entwickelt: Sie nehmen Proteine ins Visier, die zwar keine typischen Krebstreiber sind, aber in großen Mengen auf der Oberfläche von Krebszellen sitzen.
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Über lange Zeit waren die therapeutischen Fortschritte beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) begrenzt, und trotz einer verbesserten Wirksamkeit von Immuncheckpoint-Inhibitoren als Erstlinientherapie in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie im extensiven Stadium (ES-SCLC) ist die Überlebensrate nach wie vor schlecht. Die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Kombinationstherapien ist in den vergangenen Jahren daher stärker in den Fokus gerückt. Die Phase-III-Studie IMforte konnte zeigen, dass eine Erhaltungstherapie mit Lurbinectedin* in Kombination mit Atezolizumab das Überleben von Patient:innen mit ES-SCLC im Vergleich zur Atezolizumab-Monotherapie signifikant verbessert. Basierend auf diesen positiven Studienergebnissen hat die Europäische Kommission Lurbinectedin plus Atezolizumab für Patient:innen mit ES-SCLC zugelassen, deren Erkrankung nach einer Induktionstherapie mit Carboplatin, Etoposid und Atezolizumab nicht fortgeschritten ist. Darüber hinaus empfiehlt die aktuelle S3-Leitlinie (Version 5.0, Juni 2026) zum Lungenkarzinom diese Kombination beim ES-SCLC. Somit steht erstmals eine Erstlinien-Erhaltungstherapie für erwachsene Patient:innen in diesem Stadium zur Verfügung.
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Urothelkarzinom
 2 Min|
Neue Therapie mit Nogapendekin alfa inbakicept kann vor radikaler Zystektomie schützen
DGU 2026

Neue Therapie mit Nogapendekin alfa inbakicept kann vor radikaler Zystektomie schützen

Standardtherapie beim Bacillus Calmette-Guérin-therapierefraktären nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinom (BCG-unresponsives NMIBC) ist die radikale Zystektomie. Für Patient:innen, die diesen Eingriff ablehnen oder aufgrund ihrer Fitness dafür nicht infrage kommen, gewinnen blasenerhaltende Therapiealternativen an Bedeutung. Nogapendekin alfa inbakicept (NAI) in Kombination mit BCG ist das erste in Europa zugelassene Medikament beim BCG-unresponsiven NMIBC mit Carcinoma in situ (CIS) [1].
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Medizin
 3 Min|

KI-Modell automatisiert Einzelzellanalyse bei Blut- und Lymphdrüsenkrebs

Bei Blut- und Lymphdrüsenkrebs müssen große Mengen komplexer Einzelzelldaten ausgewertet werden. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und des Weizmann Institute of Science in Israel haben nun ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Modell entwickelt, das wesentliche Teile dieser Analyse automatisieren kann. Bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) erkannte es unter Millionen gemessener Zellen gezielt typische Krebszellen. Die Ergebnisse stimmten sehr gut mit der manuellen Auswertung durch Fachärzt:innen überein. Das open-source Modell CytoVI (Variational Inference for Cytometry) könnte damit Personal entlasten, Untersuchungen vereinheitlichen und krankheitsrelevante Veränderungen leichter sichtbar machen [1].
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Medizin
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Brustkrebsmonat 2026: Brustkrebs besser behandeln und Versorgung sichern

Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland – zugleich verändern neue wissenschaftliche Erkenntnisse und therapeutische Möglichkeiten die Versorgung kontinuierlich. Im Brustkrebsmonat Oktober rücken die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) und die Deutsche Gesellschaft für Senologie e. V. (DGS) deshalb die aktuellen Bedingungen für die Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms in den Fokus.
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Medizin
 3 Min|

LorviCARE: Telefonische Therapiebegleitung durch onkologische Pflegefachkräfte

Mit LorviCARE gibt es ab sofort ein Patienten-Support-Programm (PSP) speziell für Menschen mit ALK-positivem fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (ALK+ aNSCLC), die mit Lorlatinib behandelt werden. Onkologische Pflegefachkräfte unterstützen die Patient:innen telefonisch ab Therapiebeginn bei Fragen zu Erkrankung und Therapie, im Umgang mit Herausforderungen des Therapiealltags sowie bei individuellen Sorgen und Anliegen. Alle nötigen Informationen zur Anmeldung liefert die LorviCARE-Patientenmappe, die Patient:innen von ihren behandelnden Ärzt:innen erhalten. Ziel ist es, Therapie- und Nebenwirkungsmanagement ergänzend zu unterstützen und die Therapietreue durch individuelle Unterstützung zu fördern.
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Medizin
 3 Min|

MEDEAconnect 2026: Das Wichtigste des Jahres zum Lungenkarzinom in zwei Stunden an zwei Tagen

Ein Jahr Forschung und neue Entwicklungen, kompakt an zwei Abenden: Die MEDEAconnect bringt am 11. und 12. November 2026, jeweils von 18 bis 20 Uhr, die relevanten Themen zum Lungenkarzinom zusammen. Experten diskutieren aktuelle Studien und Therapieoptionen und ordnen ein, was davon für die Praxis zählt. Vertiefende Wahlsessions und ein besonderer Impuls zur KI in der Thoraxonkologie runden das Programm ab.
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Entitätsübergreifend
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Jede achte Krebserkrankung weltweit durch Infektionen verursacht

Infektionen sind weltweit eine wichtige und vermeidbare Ursache von Krebserkrankungen. Eine umfassende globale Analyse lieferte nun aktuelle Zahlen dazu. Im Jahr 2024 waren schätzungsweise 2,3 Millionen neue Krebsfälle weltweit auf Infektionen zurückzuführen. Das entspricht etwa jedem achten Krebsfall. Die Forschenden untersuchten zwölf verschiedene Krankheitserreger, die alle als sicher krebserregend eingestuft sind. Am häufigsten waren Helicobacter pylori und humane Papillomviren (HPV) beteiligt, die zusammen für über 1,5 Millionen Krebsfälle verantwortlich waren. Viele dieser Krebserkrankungen wären durch Impfungen, Behandlung von Infektionen und Vorsorgeuntersuchungen vermeidbar.
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Medizin
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Mikrobielle Stoffwechselprodukte entscheiden über den Erfolg einer CAR-T-Zelltherapie

Immuntherapien, insbesondere die CAR-T-Zelltherapie, haben die Krebsbehandlung in den vergangenen Jahren vor allem bei bestimmten Formen von Leukämien und Lymphomen grundlegend verändert. Dennoch sprechen nicht alle Tumore gleichermaßen auf die Behandlung an. Warum das so ist und wie sich der Therapieerfolg etwa durch das Darmmikrobiom gezielt verbessern lässt, ist häufig unklar. Eine neue multizentrische Studie zeigt nun, dass nicht allein die Zusammensetzung der Darmbakterien über den Erfolg einer CAR-T-Zelltherapie entscheidet, sondern vor allem deren Stoffwechselprodukte [1].
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Medizin
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Krebsregisterstudie zeigt Prognose bei HR-positivem frühem Brustkrebs

Wie ist die Prognose von Menschen mit der häufigsten Form des frühen Brustkrebses im Versorgungsalltag in Deutschland? Das zeigt eine neue Auswertung bevölkerungsbezogener Daten aus acht Krebsregistern. Untersucht wurden 42.830 Patientinnen und 384 Patienten mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem (HR+/HER2-) frühem Brustkrebs. Fünf Jahre nach der Operation lag die Wahrscheinlichkeit, ohne Brustkrebsrückfall oder neue invasive Krebserkrankung zu leben, bei 82,9% [1].
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Gesundheitspolitik
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Allianz für Frauengesundheit offiziell gegründet

Mit einer feierlichen Proklamation hat sich die Allianz für Frauengesundheit offiziell gegründet. Rund 250 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und Wirtschaft verfolgten den Auftakt, bei dem die 16 Initiatorinnen das sogenannte Berliner Commitment präsentierten, eine Selbstverpflichtung, Frauengesundheit strukturell und politisch dauerhaft zu verankern. Die Allianz setzt sich selbst eine Frist und möchte bereits im Herbst 2027 gemeinsame Eckpunkte einer Nationalen Strategie zur Frauengesundheit vorlegen.
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Medizin
 3 Min|

Protein KDM2B als mögliche neue Angriffsstelle bei Medulloblastomen entdeckt

Forschende am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg und am St. Jude Children's Research Hospital in Memphis haben eine mögliche neue Schwachstelle bei Medulloblastomen, den häufigsten bösartigen Hirntumoren bei Kindern, entdeckt. Die Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass ein bestimmtes Protein Tumorzellen offenbar dabei unterstützt, in einem unreifen Zustand zu bleiben und weiter zu wachsen. Schalteten sie dieses Protein in Laborversuchen aus, wuchsen die Tumorzellen deutlich schlechter. Auch bei Mäusen verlangsamte sich das Tumorwachstum. Die Ergebnisse könnten langfristig dazu beitragen, neue gezielte Therapien für bestimmte Formen des Medulloblastoms zu entwickeln.
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