Journal Onkologie

Aktuelles

T-Zell-Engager sind bispezifische Antikörper, die an Antigene auf Tumorzellen und auf zytotoxischen T-Lymphozyten zugleich binden und dadurch die T-Zellen direkt zur Lyse der malignen Zelle veranlassen – so zumindest die Theorie. Die Wirkung ist aber nicht sicher vorherzusagen, was einerseits an Escape-Mechanismen der Tumorzellen liegen, andererseits aber auch durch Hemmung der T-Zellen bedingt sein kann. Chinesisch-amerikanische Hämatologen haben einen solchen T-Zell-intrinsischen inhibitorischen Mechanismus aufgeklärt und die Ergebnisse bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellt.
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Nach einer T-Zell-Therapie mit chimären Antigen-Rezeptor (CAR)-T-Zellen wurden in seltenen Fällen sekundäre Malignome (sekundäre primäre Malignität; SPM) beobachtet. Eine Analyse stützt nun die langfristige Sicherheit einer CAR-T-Zell-Therapie mit Lisocabtagene Maraleucel (Liso-cel) oder Idecabtagene Vicleucel (Ide-cel) bei > 1.300 Patient:innen und einem klinischen Follow-up von über 8 Jahren, ergänzt um Daten von rund 12.000 Patient:innen aus Post-Marketing-Studien. Es gab keine Hinweise für SPM mit einem T-Zell-Ursprung oder für eine Toxizität der lentiviralen Vektoren (LVV). Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-Kongress präsentiert [1].
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EHA 2026
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Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome: Tafasitamab + Lenalidomid verstärkt Wirkung von R-CHOP

Es kommt Bewegung in die Erstlinientherapie aggressiver Non-Hodgkin-Lymphome: Patient:innen mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) sowie anderen hochgradigen B-Zell-Lymphomen (HGBL) profitieren von der Zugabe von Tafasitamab und Lenalidomid zum 2 Jahrzehnte alten Standard R-CHOP, wie die bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellte Phase-III-Studie frontMIND nahelegt [1].
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EHA 2026
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RR/MRD+ AML: Switchable allogene CAR-T-Zellen zeigen vielversprechende Aktivität

In einer Phase-IA-Studie konnten erstmals bei Erkrankten mit CD123‑positiver rezidivierter/refraktärer (RR) oder messbare Resterkrankung‑positiver (MRD+) akuter myeloischer Leukämie (AML) mit Hilfe einer gegen CD123 gerichteten „switchable“ allogenen CAR‑T‑Technologie tiefe und anhaltende Remissionen bei handhabbarem Sicherheitsprofil erreicht werden. Prof. Dr. Martin Wermke vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden stellte die aus seiner Sicht „extrem vielversprechenden“ Daten beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 als Late Breaking Abstract vor [1].
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Medizin
EU-Zulassung für Tarlatamab in der Zweitlinientherapie bei ES-SCLC

EU-Zulassung für Tarlatamab in der Zweitlinientherapie bei ES-SCLC

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für IMDYLLTRA® (Tarlatamab) als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patient:innen mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (extensive-stage small cell lung cancer, ES-SCLC), die nach Krankheitsprogression während oder nach einer Erstlinienbehandlung basierend auf platinhaltiger Chemotherapie eine systemische Therapie benötigen, erteilt [1].
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EHA 2026
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DLBCL: Real-world-Analyse deutet auf Überlebensvorteil mit Polatuzumab Vedotin-Kombination in asiatischer Studienkohorte hin

Frühe Daten einer Real-world-Analyse deuten auf einen signifikanten Überlebensvorteil mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Polatuzumab Vedotin (Pola) plus R-CHP* im Vergleich zu R-CHOP** bei asiatischen Patient:innen mit diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) hin, insbesondere bei hohem Risikoprofil (IPI-Score 3 –5) und beim nicht keimzentrumsartigen (GCB)-Subtyp. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Posters auf dem EHA-Kongress vorgestellt [1].
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EHA 2026
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Neuer T-Zell-Engager beim Multiplen Myelom in früheren Therapielinien?

Beim Multiplen Myelom (MM) haben neben Immunmodulatoren, Proteasom-Inhibitoren, CD38-Antikörpern und CAR-T-Zellen auch bispezifische Antikörper, v.a. T-Zell-Engager, in den letzten Jahren die Therapie umgekrempelt. Talquetamab, bisher in späteren Therapielinien eingesetzt, scheint einer bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm vorgestellten Phase-III-Studie zufolge auch in frühen Stadien bemerkenswerten Erfolg zu haben [1].
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EHA 2026
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Calcineurin- und mTOR-Inhibitor-freie GvHD-Prophylaxe nach alloSCT – frühe Daten aus Phase-I/II

Ein neues Prophylaxe-Regime aus Post-Transplant-Cyclophosphamid (PTC), Bortezomib und Abatacept (=ABC) soll die Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) nach allogener Stammzelltransplantation (alloSCT) verhindern – ohne Calcineurin- oder mTOR-Inhibitoren und mit einer geplanten Gesamtdauer von nur 4 Wochen. In der laufenden Phase-I/II-Studie (NCT06681922)* waren akute und chronische GvHD-Raten bislang niedrig; eine PTC-Dosisreduktion ging mit schnellerem Engraftment einher, ohne dass in den bislang verfügbaren Daten Nachteile bei GvHD, Rezidiv oder Immunrekonstitution sichtbar wurden [1].
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Gesundheitspolitik

Sparpaket für Gesundheitsausgaben in Bundestag und Bundesrat

Das heftig umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben startet ins parlamentarische Verfahren. Ministerin Nina Warken (CDU) bringt am Freitag ihren Entwurf in den Bundestag ein, der die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um mindestens 16,3 Milliarden Euro entlasten und damit höhere Zusatzbeiträge verhindern soll. Parallel befasst sich auch der Bundesrat mit den Plänen und dürfte etliche Kritikpunkte anmelden. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche. Auf Versicherte kommen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartner:innen zu. Die Koalition strebt an, das Gesetz bis zur Sommerpause Mitte Juli zu besiegeln.
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EHA 2026
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Hodgkin-Lymphom: Gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Langzeitüberlebenden

Die meisten Patient:innen mit klassischem Hodgkin-Lymphom werden geheilt – die 5-Jahres-Überlebensrate liegt mittlerweile bei über 95%, selbst bei jüngeren Patient:innen mit fortgeschrittener Erkrankung. Allerdings erleiden etwa 10% innerhalb der ersten fünf Jahre ein Rezidiv und benötigen dann intensive Salvage-Chemotherapie mit Hochdosistherapie und autologer Stammzelltransplantation. Um die Nachsorge zu verbessern, ist es wichtig zu verstehen, wie sich ein Rezidiv auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität auswirkt. Eine auf dem Kongress der European Hematology Association (EHA) präsentierte Studie mit 872 Langzeitüberlebenden zeigt nun: Während globale Gesundheit und körperliche Funktionsfähigkeit bei Patient:innen mit und ohne Rezidiv ähnlich sind, berichten Rezidiv-Überlebende über eine konsistent höhere Symptombelastung, selbst mehr als ein Jahrzehnt nach der Diagnose.
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EHA 2026
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XPO1-Inhibition als therapeutischer Ansatz bei Hochrisiko-B-ALL mit CDX2/UBTF-Alteration

Die CDX2/UBTF B-Zell akute lymphatische Leukämie (B-ALL) ist ein erst kürzlich beschriebener Subtyp bei Erwachsenen, der durch zwei charakteristische Veränderungen gekennzeichnet ist: eine starke ektopische Expression des CDX2-Gens und das Vorhandensein des chimären Fusionsproteins UBTF::ATXN7L3. Diese Entität geht mit einem sehr schlechten Therapieansprechen einher – die 3-Jahres-Rezidivrate liegt bei 75%. Eine internationale Forschungsarbeit, die auf der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) in Stockholm präsentiert wurde, identifizierte nun XPO1-Inhibitoren als vielversprechende therapeutische Strategie.
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CLL: Hinzunahme von Venetoclax ist wirksame Strategie bei Resistenz gegenüber BTK-Inhibition

Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitoren (BTKi) spielen in der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) eine tragende Rolle. Allerdings können Resistenzmutationen in den Genen BTK und PLCG2 zur Resistenz gegenüber BTKi und zur Progression der Erkrankung führen. Eine beim Jahreskongress der European Hematology Association (EHA) 2026 vorgestellte Phase-II-Studie untersuchte eine Strategie, dieser Resistenzbildung proaktiv zu begegnen. Erkrankte mit CLL, bei denen unter Therapie mit dem BTKi Ibrutinib eine Resistenzmutation nachgewiesen wurde, erhielten zusätzlich Venetoclax. Dies führte zur Rückentwicklung der Mutationen, verlängerte das progressionsfreie Überleben (PFS) und ermöglichte den Erkrankten außerdem ein Absetzen der Therapie [1].
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