Journal Onkologie

Aktuelles

Die BRAF-Inhibition ist beim fortgeschrittenen Melanom mit BRAF-V600-Mutation ein relevanter Therapiebaustein. Eingesetzt wird er meist nach einer Checkpoint-Inhibitor-Therapie, nachdem die DREAMseq- und die 4-Jahres-Daten der SECOMBIT-Studie einen Vorteil für diese Sequenz gezeigt hatten [1, 2]. Auf dem Jahreskongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) stellte Prof. Dirk Schadendorf, Universitätsklinikum Essen, nun die finale Analyse der STARBOARD-Studie vorgestellt, die bereits in der Erstlinie eine Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib, dem MEK-Inhibitor Binimetinib und dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab einsetzte und mit der alleinigen Immuntherapie verglich [3]. Die Wirksamkeit der Dreifachtherapie war alleinigem Pembrolizumab hinsichtlich der objektiven Ansprechrate (ORR; primärer Endpunkt) und des progressionsfreien Überlebens (PFS; sekundärer Endpunkt) signifikant und klinisch relevant überlegen.
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Wird bei Erkrankten mit nicht resezierbarem, lokal fortgeschritteten Ösophaguskarzinom die standardmäßig verabreichte definitive Radiochemotherapie (dRCT) in der Erstlinie durch eine PD-1-Checkpoint-Inhibition mit Pembrolizumab ergänzt, wirkt sich das nicht positiv auf das ereignisfreie Überleben (EFS) aus – auch dann nicht, wenn die PD-L1-Expression sehr hoch ist (CPS≥10). Das sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie KEYNOTE-975, die beim Jahreskongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2026 präsentiert wurden [1]. Da sich in der vorgestellten zweiten Interimsanalyse beim koprimären Endpunkt EFS bei PD-L1-positiven (CPS≥10) Erkrankten keine Vorteile durch die zusätzliche Immuntherapie zeigten, wird der zweite primäre Endpunkt Gesamtüberleben (OS) nicht mehr final ermittelt; die Studie wird vorzeitig gestoppt.
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Hämatologie
JOURNAL HÄMATOLOGIE | DGHO 2026

Multiples Myelom: Bispezifische Antikörper in der Praxis sicher aufdosieren

Bispezifische Antikörper erzielen beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom hohe Ansprechraten. Die meist stationäre Aufdosierung bindet jedoch Krankenhauskapazitäten und belastet Betroffene. Für eine sichere Verlagerung in die Praxis sind laut Prof. Peter Paschka, Ludwigshafen und Dr. Daniel Debatin, Heidelberg sorgfältige Patientenselektion, klare Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis entscheidend.
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Medizin
 3 Min|
3D-Grafik Torso mit sichtbarem Darm und leuchtendem Tumor

Stoffwechselspuren sollen Darmkrebsrisiko früher sichtbar machen

Darmkrebs früher erkennen und möglichst verhindern: Das ist das Ziel des neuen Verbundprojekts NAD-MAGIC. Darmkrebs entwickelt sich meist über viele Jahre, lange bevor ein Tumor sichtbar wird. Wie chronische Entzündungs- und Alterungsprozesse das Gewebe so verändern, dass die Entstehung von Krebsvorstufen begünstigt wird, ist bislang nur unzureichend verstanden. Deshalb sucht NAD-MAGIC nach frühen Stoffwechselveränderungen der Darmschleimhaut, die einer Krebsentstehung vorausgehen könnten.
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Urothelkarzinom
 3 Min|
Biomarkeranalyse und deutsche Versorgungsdaten ergänzen Evidenz für Avelumab-Therapie bei fortgeschrittenem Urothelkarzinom
DGU 2026

Biomarkeranalyse und deutsche Versorgungsdaten ergänzen Evidenz für Avelumab-Therapie bei fortgeschrittenem Urothelkarzinom

Auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) vom 16. bis 19. September 2026 in Düsseldorf wurden zwei Datensätze zur Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Avelumab beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (la/mUC) vorgestellt. Eine explorative Post-hoc-Analyse der Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100 untersuchte die Behandlungsergebnisse in Abhängigkeit von der NECTIN-4- und HER2-Expression. Die deutsche Subgruppe der Real-World-Studie AVENUE lieferte ergänzend Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit im Versorgungsalltag.
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Medizin
 2 Min|

Rinatabart Sesutecan zeigt hohe Ansprechrate beim platinresistenten Ovarialkarzinom

In der Studie RAINFOL-01 wurde Rinatabart Sesutecan (Rina-S), ein gegen den Folatrezeptor alpha (FRα) gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) mit einem Topoisomerase-I-Inhibitor (TOPO1-Inhibitor), untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass Rina-S bei 109 behandelten Patientinnen mit platinresistentem Ovarialkarzinom (PROC) eine bestätigte objektive Ansprechrate (ORR) von 45,9% (95%-KI: 36,3–55,7) erzielte, darunter fünf Fälle von vollständigem Ansprechen (CR). Die mediane Ansprechdauer (mDOR) betrug 12,1 Monate (95%-KI: 6,5–15,4); bei 51% der Patientinnen, die auf die Behandlung angesprochen hatten, bestand das Ansprechen nach einem Jahr weiterhin fort. Die Ergebnisse wurden erstmals auf dem Kongress der International Gynecologic Cancer Society (IGCS) in Montreal, Kanada, vorgestellt.
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Entitätsübergreifend
 2 Min|
DGHO 2026

Individualisierte Therapiestrategien bei ITP und Immundefekten

Das Immunsystem gezielt beeinflussen, ohne zusätzliche Risiken aus dem Blick zu verlieren: Dafür braucht es individualisierte Therapiestrategien, die Wirksamkeit und mögliche Komplikationen berücksichtigen. Aktuelle Daten zur Immunthrombozytopenie (ITP) und zu sekundären Immundefekten unterstreichen, wie wichtig die Einschätzung von Risikofaktoren, eine frühzeitige Diagnostik und gezielte Infektionsprävention ist.
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Medizin
 3 Min|
Foto von Privatdozent Dr. Arnab Nayak mit einem Mikroskop im Labor

Möglicher neuer therapeutischer Ansatz für Muskelschwund bei Krebs

Muskelschwund betrifft bis zu 80% der Krebspatient:innen. Ausgelöst wird diese durch Krebs induzierte Kachexie (Cancer-Induced Cachexia, CIC) von Botenstoffen, welche die Tumorzellen selbst aussenden. Ein Team der Medizinische Hochschule Hannover hat nun den molekularen Mechanismus entdeckt, der dafür verantwortlich ist. Gleichzeitig haben die Forschenden ein Protein entdeckt, dass entgegen seiner üblichen Funktion die Skelettmuskel-Gene aktiviert und so der Kachexie entgegenwirkt.
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Medizin
 3 Min|

Quercetin bremst Lungenkrebszellen an mehreren Stellen gleichzeitig

Quercetin steckt in Zitrusfrüchten, Zwiebeln und Buchweizen und ist für seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. Nun haben Forschende am Universitätsklinikum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) untersucht, wie der Pflanzenstoff bei Lungenkrebs helfen könnte. Im Labor zeigte sich, dass Quercetin die Teilung von Lungenkrebszellen bremst und ihre Wanderung fast vollständig stoppt [1].
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Medizin
 2 Min|

Therapieplanung und Bestellung in einer Software

Connected Consumables, Anbieter der onkologischen Therapieplanungssoftware Onctopus® und die Medios Digital GmbH gehen eine Partnerschaft ein. Ziel ist es, Onctopus® um eine direkte Bestellfunktion für patientenindividuelle Zubereitungen zu erweitern. So wird der gesamte onkologische Versorgungsprozess – von der Therapieplanung über die Dosisberechnung bis zur Bestellung – erstmals lückenlos in einem System abgebildet.
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Medizin
 4 Min|

Tomosynthese im Screening entdeckt häufiger Brustkrebs

Die digitale Brust-Tomosynthese könnte etwa ein Viertel der invasiven Brustkrebsfälle verhindern, die zwischen zwei regulären Screening-Untersuchungen entdeckt werden. Im ersten Jahr nach einem unauffälligen Screening lag die Rate dieser sogenannten Intervallkarzinome um 29% niedriger als bei der herkömmlichen Mammografie. Das zeigt die bislang weltweit größte Vergleichsstudie TOSYMA. Ein Forschungsteam der Universität Münster und des Universitätsklinikums Münster (UKM) hat die Ergebnisse mit weiteren Partnern in der Fachzeitschrift „The Lancet Oncology“ veröffentlicht [1].
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